Kellenwurfputz

Die ersten Nachweise der Kellenwurfstruktur gehen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Besonders im Jugendstil war diese Oberflächengestaltung weit verbreitet und wird seit dem 20. Jahrhundert durch unterschiedliche Kellenformen und Verarbeitungsweisen neu interpretiert. Diese Putztechnik ist stark von der Fähigkeit des Handwerkers abhängig und zeigt jeweils die individuelle Handschrift. Je gleichmäßiger die Anwurftechnik, desto harmonischer das Endergebnis.

Um die Wand zu verputzen, wird der Putz mit einer Dreiecks- oder Rechteckkelle meist leicht überdeckend an die Wand geworfen. Dieser Vorgang wird nun zwei- bis dreimal nass-in-feucht auf der Fläche wiederholt. Aufgrund der Kornzusammensetzung können diese Putze nur mit der Hand angeworfen werden. Die Korngrößen variieren von 4 bis 16 Millimetern und haften umso besser, je kleiner die Körnung ist. Um eine geschlossene Struktur herzustellen, kann die Putzoberflächen gestrichen werden.